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  • 09 01

    Inequality and the Wealth Management Profession

    Vortrag

    von Brooke Harrington (Professor of Economic Sociology, Copenhagen Business School), 27. September 2017, 19.00 Uhr (s.t.), Goethe-Universität Frankfurt (Gebäude Normative Orders, EG.01). Der Vortrag findet im Rahmen der Summer School »Finanzsystem und Gesellschaft« in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Normative Orders in englischer Sprache statt. Jan Pieter Krahnen (Professor of Finance, Goethe-Universität) wird die anschließende Diskussion mit einem Kommentar eröffnen. 

    Wir freuen uns auf einen anregenden interdisziplinären Austausch!

    Kurzbeschreibung des Vortrags:

    Eight people now own as much wealth as the 3.6 billion people who constitute the poorer 50% of humanity. How did we get here? Who made this happen? These are among the main empirical questions motivating Brooke Harrington’s research on offshore finance and wealth management. In her lecture, she will discuss how her research contributes to the sociology of stratification, law and the professions. She will argue that wealth should be central in the study of inequality. Second, she will show how offshore finance and the wealth management profession are provoking a reconfiguration of state power relative to global economic elites; one consequence of this is an increasing lawlessness among the ultra-rich, of which tax avoidance is just one symptom. In addition, Harrington will discuss her method of immersion ethnography — training for two years to be a wealth manager, in order to gather data from 65 practitioners in 18 tax havens — and how this approach reveals aspects of inequality obscured by structural and statistical approaches.

    The lecture is based on Harrington’s recent book, Capital without Borders: Wealth Managers and the One Percent (2016, Harvard University Press).

    Please register: info@finanzsystem-und-gesellschaft.de


     

    Acht Menschen besitzen so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Wie konnte es so weit kommen? Und wer hat dies ermöglicht? Diesen zentralen Fragen geht Brooke Harrington in ihren Studien über Offshore-Geschäfte und die Profession der Vermögensmanager nach. In ihrem Vortrag wird sie erörtern, welchen Beitrag ihre Forschung zur Soziologie der Stratifikation, des Rechts und der Professionen leistet. Sie wird erstens argumentieren, dass die Ungleichheitsforschung das Vermögen (neben dem Einkommen) viel stärker berücksichtigen sollte. Zweitens wird sie zeigen, wie die Profession der Vermögensmanager und deren Offshore-Geschäfte eine Rekonfiguration von Machtverhältnissen zwischen dem Staat und globalen Wirtschaftseliten bewirkt. Eine Folge davon ist die zunehmende Rechtlosigkeit der Ultra-Reichen, wie sie sich etwa in Steuervermeidungspraktiken manifestiert. Zuletzt wird Harrington ihre ethnographische Forschungsmethodik erörtern. Um sich einen Zugang zur schwer erreichbaren Berufsgruppe der Vermögensmanager zu verschaffen, hat sie sich selbst zur Vermögensmanagerin ausbilden lassen. Sie wird aufzeigen, wie mit diesem Vorgehen Dimensionen von Ungleichheit sichtbar werden, die durch die ausschließliche Fokussierung auf quantitativ-statistische Methoden im Dunkeln bleiben.

    Der Vortrag basiert auf Harringtons neuestem Buch Capital without Borders. Wealth Managers and the One Percent (Harvard University Press, 2016).

    Anmeldung erforderlich: info@finanzsystem-und-gesellschaft.de

    Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

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